Donnerstag, 7. September 2017

Langenhagen

Tag 19: Do, 31. August 2017:


Frederike kam tatsächlich morgens vor ihrem ersten Kurs (sie ist mittlerweile Trainerin und bringt Mamas wieder in Form) auf nen Sprung auf dem Campingplatz vorbei. Das war schon richtig witzig! Obwohl wir uns ja nie begegnet sind und nur die Informationen haben, die wir online vor Jahren und ein bisschen auch heute noch geteilt haben, hätten wir vermutlich auch zwei Stunden statt nur 20 Minuten ratschen können. Sie düste wieder los und ich tat es ihr gleich, schlüpfte nochmal in die Laufschuhe und trabte erst durch den wunderschönen Wald der gleich gegenüber des Eingangs der „Roten Schleuse“ begann. Es erwartete mich federnder Laubwaldboden, sich verzweigende und wieder findende Wege die mich etwas ans Emmeringer Hölzl daheim erinnerten, und die Ilmenau, auf die ich immer wieder traf. Nach einer Weile, in der ich mich nach Gefühl bzw. Schönheit der Pfade orientierte, spuckte mich der Wald hinaus in eine Wohngegend. Deutsch-Evern, wie ich später auf dem Stadtplan herausfand. Nicht schlecht Herr Specht, da standen Häuser! Viel Backstein, mal gemütlich-katig, alt und eingewachsen, mal modern-stylish. Eines schöner als das andere, immer mit sehr gepflegten Gärten drumrum. Zwengs moderater Orientierungslosigkeit meinerseits kam ich doch auf 8km, so dass meine Familie, bis ich aus der Dusche kam, schon im Auto saß, komplett abfahrtsbereit.
Markus wollte wohl das nächste Ziel möglichst schnell hinter sich bringen, hatte ich ihm doch erst am Tag vorher offenbart, dass nicht die Ostsee sein größtes Zugeständnis werden sollte in diesem Urlaub, sondern ein Stop in Langenhagen bei Hannover. Dort existiert eine Art Magnet für Nähbegeisterte, der „Lillestoff“ - Lagerverkauf. Eine für ihre Spezialisierung für GOTS zertifizierte Bio-Stoffe bekannt gewordene kleine Firma.
Tapfer lenkte Markus unser Gespann in das Gewerbegebiet Langenhagens und ließ mich ohne großes Grummeln und Murren zwei Stunden durch Stoffballen wühlen. Die Kinder beschäftigten sich die meiste Zeit in der dem Nähcafé angeschlossenen Spielecke, suchten mit mir zusammen ein Stoffmitbringsel für Lilli aus und jeder auch einen Stoff für sich, aus dem ich ihnen etwas zaubern soll. 



Markus floh zwischendurch mal nach draußen, kehrte aber nach meinem Entwarnungsanruf auf einen Abschlußkaffee zurück und half mir dann sogar, meine Schätze zum Auto zu tragen.
Während der Weiterfahrt entschieden wir, dass Herzberg im Harz ein guter Ort für unsere wohl letzte Wohnwagenübernachtung sein könnte. Ein recht versteckt liegender Platz unter Bäumen, das „Blockhaus“ bot uns Platz. 



Die Tatsache, dass es regnete, wurde von den Kindern gnadenlos ausgenutzt und sie bestanden auf ihrem Recht, einen Film ansehen zu dürfen: Dschungelbuch, heisse Schokolade, alle glücklich.




Markus ging währenddessen eine Runde laufen und abends gönnten wir uns ein schönes Essen im liebevoll eingerichteten Restaurant am Platz.

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