Tag 19: Do, 31. August 2017:
Frederike
kam tatsächlich morgens vor ihrem ersten Kurs (sie ist mittlerweile
Trainerin und bringt Mamas wieder in Form) auf nen Sprung auf dem Campingplatz vorbei. Das war schon richtig witzig! Obwohl wir uns ja nie begegnet sind und nur
die Informationen haben, die wir online vor Jahren und ein bisschen auch heute noch geteilt haben, hätten wir vermutlich auch zwei Stunden statt nur 20 Minuten
ratschen können. Sie düste wieder los und ich tat es ihr gleich,
schlüpfte nochmal in die Laufschuhe und trabte erst durch den
wunderschönen Wald der gleich gegenüber des Eingangs der „Roten
Schleuse“ begann. Es erwartete mich federnder Laubwaldboden, sich
verzweigende und wieder findende Wege die mich etwas ans Emmeringer
Hölzl daheim erinnerten, und die Ilmenau, auf die ich immer wieder traf.
Nach einer Weile, in der ich mich nach Gefühl bzw. Schönheit der Pfade orientierte, spuckte
mich der Wald hinaus in eine Wohngegend. Deutsch-Evern, wie ich
später auf dem Stadtplan herausfand. Nicht schlecht Herr Specht, da
standen Häuser! Viel Backstein, mal gemütlich-katig, alt und
eingewachsen, mal modern-stylish. Eines schöner als das andere,
immer mit sehr gepflegten Gärten drumrum. Zwengs moderater
Orientierungslosigkeit meinerseits kam ich doch auf 8km, so dass
meine Familie, bis ich aus der Dusche kam, schon im Auto saß,
komplett abfahrtsbereit.
Markus
wollte wohl das nächste Ziel möglichst schnell hinter sich bringen,
hatte ich ihm doch erst am Tag vorher offenbart, dass nicht die
Ostsee sein größtes Zugeständnis werden sollte in diesem Urlaub,
sondern ein Stop in Langenhagen bei Hannover. Dort existiert eine Art
Magnet für Nähbegeisterte, der „Lillestoff“ - Lagerverkauf.
Eine für ihre Spezialisierung für GOTS zertifizierte Bio-Stoffe
bekannt gewordene kleine Firma.
Tapfer
lenkte Markus unser Gespann in das Gewerbegebiet Langenhagens und
ließ mich ohne großes Grummeln und Murren zwei Stunden durch
Stoffballen wühlen. Die Kinder beschäftigten sich die meiste Zeit
in der dem Nähcafé angeschlossenen Spielecke, suchten mit mir
zusammen ein Stoffmitbringsel für Lilli aus und jeder auch einen
Stoff für sich, aus dem ich ihnen etwas zaubern soll.
Markus floh
zwischendurch mal nach draußen, kehrte aber nach meinem
Entwarnungsanruf auf einen Abschlußkaffee zurück und half mir dann
sogar, meine Schätze zum Auto zu tragen.
Während
der Weiterfahrt entschieden wir, dass Herzberg im Harz ein guter Ort
für unsere wohl letzte Wohnwagenübernachtung sein könnte. Ein
recht versteckt liegender Platz unter Bäumen, das „Blockhaus“
bot uns Platz.
Die Tatsache, dass es regnete, wurde von den Kindern
gnadenlos ausgenutzt und sie bestanden auf ihrem Recht, einen Film
ansehen zu dürfen: Dschungelbuch, heisse Schokolade, alle glücklich.
Markus
ging währenddessen eine Runde laufen und abends gönnten wir uns ein
schönes Essen im liebevoll eingerichteten Restaurant am Platz.



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