Samstag, 2. September 2017

Schwedeneck 4

Tag 14: Sa, 26. August 2017:


Heute wurde Luzia ein Urlaubswunsch erfüllt. Ja genau, sie wollte unbedingt mal wieder zu IKEA. Meine Tochter, hihi. Obwohl das Wetter auch strandtauglich gewesen wäre, fuhren wir also nach Kiel und bummelten gemütlich durchs Möbelhaus. Genau 2 kleine Teile landeten auf dem Kassenband. Ein Oktopus aka Klappwäschehänger und ein kleines Schreibbüchlein für Luzi, in das sie die ersten Urlaubsgeldeuros von Oma Heidi investierte. Im Restaurant waren wir deutlich kauffreudiger.
Unser zweites Ziel für diesen Tag war Eckernförde. Die Friedmanns waren dort gewesen und hatten uns sogar noch mit Material für mögliche Unternehmungen dort ausgestattet. Zunächst bummelten wir am Strand entlang. Eine ganze Weile mit nörgelig-nervigem Gequengel von Luzi im Ohr, ihr sei kalt. Kalt. Es ist kalt. Mir ist so kalt. Es ist kahahalt.
Ferdi studierte inzwischen die Proportionen einer überdimensionalen Meerjungfrau.



Ich denke das blaue Spielschiff, das tatsächlich mal ein Fischkutter gewesen ist, markierte den Wendepunkt, plötzlich stieg die Laune auf weit über den Gefrierpunkt und von Frieren war nichts mehr zu hören. Nicht einmal, als es später tatsächlich kühl wurde. Kinder sind schon seltsame Kreaturen.



Am Ende des Strandbummels gab es erst einmal das von Luzi dringend benötigte Klo. Danach kurze Absprache mit den Jungs und dann ein ein Besuch im kleinen aber feinen Aquarium. Man konnte Modelle sehen wie z.B. den Querschnitt durch den Meeresboden der Ostsee mit all dem Getier, das sich dort – in angemessenem Abstand zur Oberfläche – herumtreibt. In kleineren Aquarien schwammen Baby-Plattfische umher bzw. buddelten sich etwas in den Sand, bis nur mehr die Augen herauslugten.



Auch größere Fische tummelten sich in weiteren Becken, alle Tiere dort stammen aus der Ostsee.
Das highlight stellte das große Streichelbecken dar. Hier konnte man Seesterne in die Hand nehmen, Schollen und Butte streicheln (wenn man sie fand), und sich im Krebse fangen üben, immer schön weit weg von den schnell zuschnappenden Zangen.



Rundherum wurden Kinder spielerisch an das Ökosystem Ostsee herangeführt mit z.B. Tiermodellen, Rätseln und kleinen Filmchen, die durch in der mit Meeresmotiven bemalten Wand eingelassene Taucherbrillen betrachtet werden konnten.
Ein separater, abgedunkelter Raum zeigte nachtaktives Getier und eine wunderschöne Qualle, die vor dunkelblauem Hintergrund majestätisch durchs Wasser schwamm, ihre langen Tentakel hinter sich herziehend.




Ein Stockwerk höher gab es die Möglichkeit, sich, in einen Strandkorb gekuschelt, verschiedene Reportagen über z.B. Krabben- oder Dorschfischer anzusehen.



Wieder draußen stolperten wir über diesen genialen Aschenbecherspender. So ein Teil sollte es an allen öffentlichen Orten geben, die besonders schön, deswegen gut besucht und meist besonders verdreckt sind. Kippen an Ort und Stelle fallen zu lassen scheinen die meisten Raucher für ihr gutes Recht zu halten.



Falls der Text auf dem Foto nicht gut lesbar ist: Hier können sich die Raucher eine Konservendose aus dem Spender ziehen, diese am Strand als Aschenbecher nutzen, die Kippen am Spender entleeren und die leeren Dosen oben wieder einwerfen. Das ist alles. Schlicht und genial.

Direkt ans Aquarium schloss sich ein in diesen Tagen stattfindender Künstlermarkt an. Süßkartoffelpommes und frische gemachte Kartoffelchips knabbernd bummelte es sich sehr angenehm. Ich fand an einem zauberhaften Stand mit Selbstgenähtem ein Geburtstagsgeschenk für meine bald dreijährige Nichte und für mich selber zwei Möbelknöpfe für das mittlerweile weiss gestrichene Holzbuffett.
Der Weg zurück zum Parkplatz führte durch kleine Gassen, über urig-holpriges Kopfsteinpflaster, vorbei an liebevoll dekorierten und bepflanzten kleinen Häuschen.
Vor einem saß ein richtiger Seebär auf einer Bank, daneben hing ein Kasterl mit einer handgeschriebenen Notiz: Stockrosensamen zum mitnehmen. Da wanderte auch schon ein Tütchen in meine Handtasche.




Zurück zu Hause bauten wir ruck zuck aus Semmeln vom Frühstück und dem, was der Kühlschrank so hergab, „Burger“ und die Brut wanderte nach Zähneputzstopp im Waschhaus satt und zufrieden ins Bett.


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