Tag 16: Mo, 28. August 2017:
Heute
brach schon unser 6. Tag an der Ostsee an, es stellte sich ein positives Gefühl der Routine ein und damit Entspannung. Ich
hatte nicht mehr das Gefühl, alles um uns herum entdecken zu müssen
sondern konnte mir einen Tag nur am Wohnwagen bzw. am Strandabschnitt
um die Ecke, mit einem Drink und einem Buch, hervorragend vorstellen.
Markus
und Luzia radelten zum Supermarkt, um unsere Vorräte aufzufüllen.
Ferdi und ich packten zum ersten Mal unsere Strandmuschel aus, die
uns ein wenig vor dem Wind (der dann heute gar nicht da war) und der
Sonne (die sich durchaus blicken ließ) schützen sollte. Wir
stellten uns recht geschickt an und brachten die Muschel in
angemessener Zeit und einer übersichtlichen Anzahl notwendiger
Aufbaukorrekturen zum Stehen.
Ferdi
buddelte fröhlich wie ein junger Hund im Sand. Ich lag auf der
Picknickdecke und las mein Buch. Ferdi kam wie erwartet nach wenigen
Minuten mit dem Wunsch, etwas zu essen. Ich war glücklicherweise
vorbereitet und konnte ihn mit Prinzenrolle, Version Schokokeks,
zufrieden stellen. Die Zeit verging, der Kekspegel sank und ich fing
bereits an, mir zu überlegen, wie ich die bald geleerte Verpackung
vor Luzi und Markus verstecken könnte um die friedliche Stimmung zu
erhalten. Überraschenderweise waren sie schneller zurück als Ferdi
auf dem Tütenboden und durften sich für den Radleinkauf auch noch
ihre Belohnung herausfischen.
Zwischendurch
verdeckten ein paar kleinere Wolken die Sonne und es wurde sofort
etwas kühler. Bei einer massiveren Wolkenfront wechselten wir den
Aufenthaltsort und zogen uns hinter die Düne an den Stellplatz
zurück. Kaffee, Obst, bissl was Süßes auf dem Tisch machte Groß
und Klein glücklich.
Luzi
wünschte sich einen weiteren Strandspaziergang mit mir und rannte
offene Türen ein. Im Anschluss verschafften wir uns einen Überblick
über unsere bisherigen Meerglasschätze.
Sie konnte sich da schon
sehen lassen, unsere Sammlung! Beim Sortieren fiel erst auf, wie
viele Grünschattierungen wir eingesammelt hatten neben weissen, orangenen und braunen Stücken. Im Sand sieht der
einzelne Splitter erst einmal einfach grün aus.
Beide
Kinder marschierten später noch voll motiviert mit mir den
„Brombeerweg“ entlang, um abermals unser Schüsselchen zu füllen.
Den schönsten Strauch entdeckten wir auf dem Weg zu einem Maisfeld,
von dem wir ein paar Kolben fürs Abendessen mopsten. Direkt davor
wuchsen die größten, glänzendsten und süßesten Brombeeren! Luzi
und ich gerieten in eine Art Pflückexstase, bis die Beeren sich kaum
mehr auf dem übervollen Schälchen halten konnten.
Der Rückweg
fühlte sich ein bisschen an wie ein Eierlauf, vor allem ein Stück
Abhang durch den Wald.
Die Kinder hopsten voraus, ich dagegen
konzentrierte mich darauf, möglichste erschütterungsfrei über den
Untergrund zu schweben. Tatsächlich hielten sich die
Brombeerverluste in Grenzen.
Worüber
ich bisher noch gar nichts erzählt hatte waren die Nachbarn, die wir
seit wenigen Tagen hatten. Eines Tages kam ein Campingbus um die Ecke
gefahren. Auf den zweiten Blick konnte man sehen, dass da noch
irgendwas Kleines dranhing. Auf den dritten Blick erkannten wir, dass
es sich bei dem Anhängsel um einen Wohnwagen handelte. Einen kleinen
Wohnwagen. Sehr klein. Im „Werner“- Design.
So lang wie unser
Domizil breit ist. Wenn überhaupt. Klasse, genau mein Ding!
Die
Eltern, die mit ihren drei Kindern aus dem Bus ausstiegen, erzählten
uns später, dass dieser Anhänger einmal für den Wartburg gebaut
wurde, später von einem Fiat 500 Fahrer gekauft und in dieser
Konstellation sogar mehrmals über die Alpen zu Fiat Treffen gefahren war. Oder
gekrochen. Aber immer angekommen.
Wir
durften auch mal einen Blick ins Innere werfen, in dem sich immerhin
der Schlafplatz für alle drei Kinder befindet sowie ein kleiner
Schrank.
Und
jeder, wirklich jeder, der von da an bei uns und unseren Nachbarn
vorbeikam, reagierte auf das Kindchenschema des knuffigen Kleinen.







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