Freitag, 25. August 2017

Gera Teil 2

Tag 6: Fr, 18. August 2017

Die Burg hatte die Nacht überlebt und wurde gleich morgens noch um einen riesigen Burgwall erweitert. 



Der Vormittag gehörte mir! Markus hatte sich bereit erklärt alleine abzubauen und zusammen zu packen und ich schnappte mir mein Birdie und radelte in die Stadt. Auf dem Rathausplatz deckte ich mich mit Thüringer Spezialitäten ein: Kümmelwurst, geräucherte Leberwurst und natürlich Rostbratwürste zum grillen. Die Marktleute waren allesamt gut gelaunt und als nach meinem Einkauf nur mehr eine Wurst übrig war, bekam ich diese als Dreingabe umsonst. 




Mit dem Radl war es dann ein Katzensprung zur Johanneskirche. In dieser Kirche wurde meine Mutter konfirmiert und dort haben meine Großeltern geheiratet. Ein altes Hochzeitsfoto, das sie und meinen später im Krieg verschollenen Opa beim Verlassen dieser Kirche zeigt, ist eines der wenigen Bilder, die ihn und beide zusammen zeigen.




Ich wäre sehr gerne hinein gegangen, doch leider wurden die Türen an diesem Tag erst um 14h geöffnet. Nach einer Weile nahm ich also Abschied und rollte zum Theater, das neben dem Krankenhaus, in dem sie als Krankenschwester tätig gewesen ist, ein weiterer Arbeitsplatz (Sängerin) meiner Omi gewesen ist.




Von dort kann man den „Küchengarten“ fast schon sehen, einen schönen Park mit einem Springbrunnen, hinter dem sich ein leuchtend gelbes barockes Gebäude, die Orangerie, befindet. 





Im 17. Jhd. entstand dieser Garten aus der Notwendigkeit heraus, mehr Fläche zur Versorgung der Herren von Gera auf dem nahen Schloss Osterstein zu gewinnen. Der Garten am Schloss reichte dafür nicht mehr aus.




Nicht weit vom Küchengarten entfernt fließt die Elster. 




Eine Brücke bringt einen in ein schönes altes Stadviertel mit engen Gassen, hübschen Häusern und kleinen Cafés. Es ging allerdings bereits auf 12h zu, damit war mein Taxi auf dem Weg in die Stadt. So gab ich eine Positionsmeldung durch und erwartete meine Abholung auf einem Kinderspielplatz am Fluss, gemütlich auf einer großen, sich drehenden, schrägen Scheibe liegend.
Leipzig oder Dreseden? Wir hatten uns schon zuvor tendenziell auf Dresden geeinigt, blieben dabei und so rollte unser Gespann Richtung Osten. Besonders weit war es nicht und einer ersten Stadtbesichtigung am Nachmittag hätte nichts entgegengestanden. Noch etwas müde vom Marsch durch Gera entschieden wir uns für einen „freien“ Nachmittag an unserem hübschen Stellplatz unter einer Linde und einem Ahorn. Der Platz verfügte sogar über einen Pool, der Kinderspielplatz beschäftigte die Kinder ebenfalls und mein Buch freute sich mal wieder über Aufmerksamkeit. Abends landeten die Rostbratwürste auf dem Grill und dazu gab es das zugegebenermassen schon zweite kühle Köstritzer an diesem Tag. 

2 Kommentare:

  1. Vielen Dank für die schönen Bilder von Gera, ich habe vor 10 Jahren bei meinem Besuch nicht so viel entdecken können. Auch der Bericht vom Porzellanmuseum war sehr lehrreich, toll, was Ihr alles erlebt! :-)

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