Sonntag, 3. September 2017

Schwedeneck 5

Tag 15: So, 27. August 2017:


Mein Töchterchen prüfte morgens erst einmal durchs Fenster, ob ihr Vater den Frühstückstisch zu ihrer Zufriedenheit vorbereitet hatte oder ob es sich bei seinem Ruf „Aufstehen, Frühstück ist fertig“ um eine Falle handelte. Möglicherweise wollte er sie ja noch einspannen. 



Dabei war bereits eine ganz andere kleine Gemeinheit geplant. Er hatte den IKEA-Wäschetrockneroktopus mit einem ihrer Schuhe gefüttert. Noch hielt er ihn nur in seinen Fangarmen...



Für mich war schon wieder Lauftag, der innere Schweinehund schlief noch fest und schon bald nach dem Frühstück war ich wieder unterwegs. Ich freute mich darauf, die letzte Strecke noch einmal zu laufen. 


Ich kam erneut ohne zu schwächeln an meinem Rastplatz mit der schönen Aussicht an, war aber zu neugierig, wie die Strecke weiter gehen würde und so lief ich noch einen Kilometer weiter, bis geradeaus eine Schlucht ohne Brücke und zum Meer hin ein steiler Abstieg zum Strand mich bremsten. Hier drehte ich dann auch wieder um.


Wieder am Wohnwagen hatte ich also 12 km geschafft und konnte einen sich anschließenden Gammeltag mit im Liegestuhl liegen, lesen, trinken, essen und lesen bestens mit meinem Gewissen vereinbaren.
Die Kinder wurden heute kaum bei uns vorstellig. Sie waren mit den Rädern zum Spielplatz gedüst, hatten dort eine neue Freundin aufgetan und waren nach einer Weile mit zu deren Dauercampingplatz weitergezogen. Sie brauchten uns so wenig, dass eher wir ab und an den Drang verspürten, nachzusehen, ob es ihnen gut geht. Immerhin hielt sie bei einer kurzen Stippvisite die auf dem Tisch stehende aufgeschnittenen Wassermelone eine Weile auf, bevor sie wieder abzwitscherten.
Am frühen Abend begleitete Luzia mich auf einen weiteren Strandspaziergang, hier unten nach erfolgreichem Seeglasfund.


Hatte ich schon einmal erwähnt, dass so ein endloses Schlendern am Meer, mal mit Sand zwischen den Zehen, mal durchs flache Wasser watend, mal den Kopf gesenkt auf der Suche nach Schätzen, mal den Blick in die endlose Ferne gerichtet, eine meiner Lieblingstätigkeiten ist? Und wie sehr ich mich darüber freue, dass Luzia das ebenso genießt wie ich?


Eine Möwenfamilie unterhielt uns über weite Strecken. Zunächst konnten wir das bettelnde Piepen von Jungtieren hören. Das hörte gar nicht auf. Wir suchten also nach dem oder den hilflosen Wesen und der dazugehörigen Rabenmutter, die sich lieber mal um ihre Brut kümmern sollte. Was wir schließlich entdeckten waren zwei Riesenbabys, fast schon runder als die Eltern und nur durch die noch grau-braune Gefiederfarbe von ihnen zu unterscheiden (wer findet auf dem Foto unten Elternteil und Baby?). 


Sie liefen, sie flogen, sie schwammen. Und bettelten. Und bekamen sogar noch was. Ich war nah dran, ihnen zuzurufen: Zischt ab, gönnt euren Eltern mal einen Abend zu zweit und fangt euch endlich euren eigenen Fisch!






4 Kommentare:

  1. Boah, auf dem ersten Foto sieht Dir Luzi ja extrem ähnlich!
    Strandtage sind super, gammeln am Strand ohne schlechtes Gewissen noch besser, klasse Urlaub! :-)

    Die Fotos lassen sich nicht vergrößern, auf dem Suchbild sehe ich nur ein Möwenelternteil, nehme ich zumindest an, der weiße fliegende Vogel?

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  2. Ja, der weisse Vogel ist die Mama oder der Papa. Rechts daneben am Bildrand ist ein sandfarbenes (und deshalb schwer zu erkennendes) Jungtier.

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  3. Ich hab das Bild gerade nochmal größer eingestellt. Sieht man das "Baby" jetzt?

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  4. Ja mei, wenn man selbst oft mit Mühe die Laufschuhe anzieht, weiss man nur zu gut, wiiiiiie weit 12 Kilometer sein können: unseren Glückwunsch zu der einmalig grossen Laufleistung ! ...und zur Belohnung einen tollen Tag am Strand mit Sonne, Meer und nur wenigen Menschen da.- Hm, die Kinder werden flügge, ist das jetzt a.gut b.net so gut c.??? ....viele Grüsse von den KletterFelsenWaldhüttenKids + Moni + Udo

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