Tag 13: 25. August 2017
Der neue Tag begrüßte uns mit herrlichem Sonnenschein, aber nicht zu heiß. Es sollte ein besonderer Tag werden, aber dazu später.
Mit frischen Semmeln auf dem Tisch, Saft, Müsli, Obst, selbstverständlich Nutella, diversen Marmeladen und Kaffee glitten wir gemächlich in den Tag. Ab und an sauste schon ein Kiteschirm hinter der Düne vorbei. Wenn dir die Dinger praktisch auf dem Frühstücksteller serviert werden, dann weißt du, du bist sehr nah am Meer.
Mich packte es dann auch und ich schlüpfte in die Laufschuhe. Der Weg, den wir vor zwei Tagen abends gegangen waren sowie gestern zum Beeren pflücken lockte mich erneut. Ich trabte also los und weiter und weiter. Den Strand ließ ich aus, folgte stattdessen dem Pfad bis zu dem Militärgebiet, das ich auf einer kleinen Straße ein Stück umlaufen musste. Von da an war der zweite Campingplatz ausgeschildert, es ging ein Stück bergauf und dann wieder auf Meeresniveau eine Promenade an Surf-, Kite-, Tauch und sonstigen Wassersportschulen, Menschen, die sich in Neoprenanzüge zwängten und Flanierern vorbei. Die Promenade mündete schließlich wieder in einen schmalen Pfad, mal sandig, mal Erde, mal mit Erntereststroh der angrenzenden Felder bedeckt. Sonnig und relativ windstill, da die Düne die Meeresbrise etwas abschirmte. Ein Wald kam näher und damit wieder herrliche Kühle. Jetzt kam das schönste Stück. Auf sich immer wieder verzweigenden Wegen lief ich durch einen lichten Laubwald, traf je nach Lust und Laune die Entscheidung, nach rechts oder links abzubiegen (wo es bisweilen recht nah an der Steilküste entlangging) oder dem Pfad geradeaus zu folgen.
Es kam keine Müdigkeit, denn die Neugier, was sich hinter der nächsten Biegung verbergen könnte, trieb mich immer weiter. Erst ein wunderschöner Platz hielt mich nach 5km zum ersten Mal an. Hier öffnete der Wald den Blick aufs Meer, ein paar vereinzelte Bäume standen nah an der Steilküste und weicher moosiger Boden lud zum pausieren ein. Würde ich in der Nähe wohnen, ich käme sicher oft hierher!
Blieben dann noch die 5km zurück. War ich überhaupt schon mal 10km gelaufen? Keine Ahnung, aber heute ging es fast von alleine. Ich folgte dem gleichen Weg zurück und kam glücklich, zufrieden und mit ordentlich Vorfreude auf die Abkühlung in der Ostsee wieder am Wohnwagen an.
Später machten Luzia und ich einen langen, laangen, ganz laaangen Spaziergang am Strand. Diesmal Richtung Westen, wo sich die Wassersportschulen unseres Platzes befanden. Wir hatten schon von weitem etliche Kiteschüler gesehen, die sich ein ums andere Mal bemühten, ihren Schirm aus den Wellen in die Luft zu bugsieren, um sich sodann mit ihrem Brett aus dem Wasser ziehen zu lassen. Das gelang in den meisten Fällen schon ganz gut, viel schwieriger schien es allerdings, die Kraft, mit der der Schirm anzog, einzuschätzen. Wir sahen haufenweise akrobatisch anmutende Überschläge ins Wasser, die armen Kerle konnten Füße und Brett gar nicht so schnell unter Kontrolle bringen, wie Kopf, Oberkörper und der Allerwerteste schon wieder Richtung Wasser strebten. Abends dann war ein Profi unterwegs. Noch nach Sonnenuntergang, im letzten Zwielicht, kreuzte er hin und her durch die Bucht. Elegant, schnell, mühelos.
Ferdi baute indes aus größeren Steinen Türmchen, saß im Wohnwagen und baute mit Fischertechnik oder übte waghalsige Klettermanöver auf dem Piratenschiff am Spielplatz.
Wir mussten später mitkommen, da er uns eine Kraxelaktion zeigen wollte. Mit Crocs an den Füßen, selbstverständlich ohne Fersenriemen, ein Netz hoch, über das Geländer in den Ausguckkorb. So weit so gut. Aus dem Korb auf der anderen Seite durch den eigentlichen Eingang raus, dann aber nicht wie angedacht die Strickleiter runter, sondern außen am Korb herum, ab und an mit den Schuhen zwischen den Streben hängen bleibend, bis zu einer Querstange, an der unten wieder das Netz hing und dort runter.
„Was ich nicht weiss macht mich nicht heiss“ passt da wohl gut. Ich will gar nicht öfter am Spielplatz dabei sein. Ich würde tausend Tode sterben.
Es war sogar Gelegenheit, einfach mal ruhig mit einem Kaffee am Strand zu sitzen, zu lesen, den Blick schweifen zu lassen und bewusst zu geniessen, dass ich an einem so schönen Ort sein darf.
Kurz vor 18h eine Nachricht meiner Schwester Claudia: „es geht los!“ So wie es aussah sollte ich heute zum zweiten Mal Tante werden. Ab da warf ich in immer kürzer werdenden Abständen einen Blick auf mein Handy. Essen musste allerdings auch sein. Wie fast immer: Grillen. Und anschließend Marshmallows rösten. Eine herrlich pappige Nascherei!
Es war 20:30h, da schrieb Flo: „Hallo Lilian, schön, dass Du da bist“
Boah, wie ich mich freute! Ich ging die paar Schritte zum Meer und war richtig ergriffen von den guten Neuigkeiten. Markus kam wenig später nach, mit klappernder Hose. Mir war schnell klar, was er da mitgebracht hatte: 2 Flachmänner mit lecker Willi, mit dem wir auf die Geburt von Lilian anstießen. Mit Blick auf den phantastischen Sonnenuntergang.
Unser Gruß an die frischgebackenen Eltern.
So ein schöner Tag!







Haha, das mit den Willis ist ja klasse, bei mir gab's Limoncello :-)
AntwortenLöschenGratuliere zu den 10km, das lief ja wirklich von selbst, super!!
Limoncello wär auch angemessen gewesen. Hach, wieder ein kleines Wutzerl und Du jetzt 4-fache Tante! Gratuliere :)
Löschenund Dir Gratulation zur 2-fachen Tante! :-)
LöschenOh wie schööön ist Panama. Pardon -Schweden: ein absoluter Geheimtipp, Euer toller Wanderweg durch die Natur und mit Meer-Blick, fühlen uns gleich inspiriert, Moni sagt: "komm, wir fahren gleich los !" ....Die Kletter-Talente gleich beider Kinder haben wir heute an der Felswand unterhalb der Waldhütte wieder bestaunen können, mit allen Sinnen + wachem Blick stets sicher über Stock + Stein + umgestürzte Steine, wobei in unserem Wald natürlich der PiratenschiffKletterEnterkorb fehlt, den könnten der Markus und Udo ja mal dorthin bauen. Dafür haben sich die Kids professionell stets mit einem langen Seil gesichert :-) Ende des Tagesberichtes 2.September: jetzt hocken zwei Zwerge, 8 Enten + die wasserspuckenden Drachentiere in der BadeWanne, Tante Moni führt die Aufsicht + wäscht Haare + Co., alle haben riesig viel Spass + danach liest Luzia uns die Gute Nacht Feen Geschichten vor, wird gleich dunkel - ist schon fast 8 Uhr am Abend. Gute Nacht aus dem Ferienhaus
AntwortenLöschenHaha, das klingt hervorragend! Weiter so :) Wir finden es in der Tat ein wenig seltsam ohne Kinder...so ruhig!
LöschenGanz liebe Grüße, Andrea und Markus